2002 - STRAUBINGER RUNDSCHAU
Berufsinformationszentrum stellt Agrartechnischen Assistenten vor

Montag, 14. Oktober 2002


Das Berufsinformations- Zentrum (BIZ) des Arbeitsamtes ist die richtige Adresse für alle, die vor einer beruflichen Entscheidung stehen. Hier findet man die Aufklärung, auf die es ankommt. Im BIZ kann man sich kostenlos ausführlich informieren. Das Arbeitsamt bietet zusätzlich regelmäßig Veranstaltungen an. So auch vor kurzem, als Dr. Fred Eickmeyer von der Saatzucht Steinach GmbH den Beruf „Der/die Agrartechnische Assistent/in" vorstellte.

Zunächst betonte Berufsberater Wilhelm Röhrl, der Beruf „Agrartechnische/r Assistent/in" stehe in einer Reihe mit weiteren technischen Assistenten. Ein interessantes, vielleicht sogar heimatnahes Aufgabenfeld für Leute mit naturwissenschaftlichem Interesse, d.h. an Biologie, Chemie, Physik und auch Mathe. Der Agrartechnische Assistent befasse sich mit Pflanzen, Böden, Samen, Düngemitteln, Lebensmitteln in und außerhalb des Labors. Nötig sei eine Ausbildung an einer Berufsfachschule (Theorie) und in der Praxis an Forschungseinrichtungen oder in der Landwirtschaft.

Dr. Fred Eickmeyer stellte zu Beginn seiner umfangreichen Informationen den Saatzuchtbetrieb Steinach vor und sprach über Züchtung, ATA-Ausbildung, Lehrplan Schule und Praktikumsbetrieb, Einsatzgebiete in der Pflanzenzüchtung und im landwirtschaftlichen Versuchswesen sowie über Organisation der Ausbildung in Bayern, speziell bei der Pflanzenzüchtung. Weitere Themen waren Voraussetzungen und Berufsperspektiven sowie die Verdienstmöglichkeiten und Vorzüge des Berufes. Als Zugangsvoraussetzung werde ein mittlerer oder gleichwertiger Bildungsabschluss verlangt, in Einzelfällen genüge auch ein Hauptschulabschluss mit einschlägiger Berufsausbildung.

Vielfältiges Angebot
Die zweijährige Berufsausbildung erfolge zum Beispiel an Berufsfachschulen, staatlich anerkannten Ausbildungsstätten (wie etwa staatlichen Lehr- und Forschungsanstalten) oder Berufskollegs. Die Fächer und die zu vermittelnden Ausbildungsinhalte der einzelnen Ausbildungseinrichtungen unterscheiden sich je nach den angebotenen Fachrichtungen bzw. Schwerpunkten.

Die Auszubildenden könnten meist zwischen mehreren Fachrichtungen bzw. Fachgruppen wählen, zum Beispiel zwischen Pflanzenproduktion/ Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Tierproduktion/Tierhaltung, Umweltanalytik, Fleischwirtschaft, Milchwirtschaft (und Lebensmittelanalytik) oder landwirtschaftlichem Untersuchungswesen. Anhand von Stundentafeln und Lehrplänen für die Unterrichtsfächer der Fachrichtung Agrarwirtschaft ging der Fachreferent ausführlich auf die Ausbildungsverhalte in Landsberg am Lech ein. An Beispielen für ATA-Tätigkeiten bei Züchtern führte Dr. Eickmeyer eine ganze Reihe von Aufgaben an, wie: Planung, Anlage, Beobachtung, Pflege, Ernte und Auswertung von Feldversuchen, Anleitung und Einteilung von Arbeitsgruppen im Zuchtgarten, Erstellung von Listen, Etikettierung von Pflanzen und Saatgutpartien, Durchführung von Kreuzungen, künstliche Infektionen mit Krankheitserregern, Anzucht und Pflege von Pflanzen im Glashaus sowie Kontrolle von Saatgutmengen- und -qualität. Potenzielle Arbeitgeber sind: Versuchsbetriebe der Landwirtschaft und des Gartenbaus (staatliche und private), private Pflanzenzüchter, Landwirtschaftskammem und -ämter, private und öffentliche Labors, die in der Analyse landwirtschaftlicher Produkte oder für die Landwirtschaft tätig sind.

Nachwuchs fehlt
Zur Frage, warum Züchter eine Initiative für die ATA-Ausbildung ergreifen, betonte der Fachreferent, dass den Züchtern der Nachwuchs im ATA-Bereich fehle und nannte die Betriebe, die sich an der Initiative der ATA-Ausbildung beteiligen. Zu den Berufsperspektiven betonte der Referent: „Landwirtschaftliches Versuchswesen ist in Bayern stark ausgeprägt durch Pflanzenzüchter, staatliche Versuchsstationen, Landwirtschaftliche Analyselabors sowie Grüne Biotechnologie". Besondere Vorzüge des Berufes der/des ATA seien der einfache Wiedereinstieg nach der Familienphase, die abwechslungsreiche Kombination von Büro, Labor und Feld sowie der enge Bezug zur Landwirtschaft. Unter dem Motto „Besucht uns und informiert euch vor Ort über die Ausbildungsmöglichkeiten" steht das Arbeitsamt bis 11. November mit einem Informationsstand und Beratung bereit. -sb-