2003 - DER AUFSCHWUNG DER BLAUEN LUPINE
Anbau der Körnerleguminose mit beispiellosem Aufschwung

Agrarzeitung Ernährungsdienst, Frankfurt a. M.

Und die Züchtung geht auf der Zuchtstation Bornhof weiter. Eckardt nennt als wichtige Zuchtziele für Blaue Lupinen:

Erhöhung des Rohproteinertrags;
bessere Stand- und Platzfestigkeit;

Blaue Lupinen haben in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Aufschwung im Anbau auf deutschen Feldern erlebt. Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in der menschlichen und tierischen Ernährung, aber auch im technischen Sektor, sprechen für ihre Produktion.

Resistenz oder Toleranz gegenüber Anthracnose;
frühreife Verzweigungstypen;


Die Saatgutvermehrungsfläche hat sich von wenigen Hektar im Jahr 1997 auf mehr als 3500 ha im vergangenen Jahr in Deutschland vervielfacht. Die Anbaufläche für den Konsum dürfte zur Ernte 2002 bei rund 40000 ha gelegen haben, schätzt Dr. Thomas Eckardt, Geschäftsführer der Saatzucht Steinach, von der zurzeit wichtige Sorten zugelassen sind (siehe Übersicht).

Blaue Lupinen könnten in den kommenden Jahren weiter an Anbaufläche gewinnen. Nachdem ihre gelbblühenden Schwestern wegen der Krankheit Anthracnose in Deutschland bedeutungslos geworden sind, haben die blaublühenden Sorten sich in einigen Regionen zu einer emst zu nehmenden Anbaualternative entwickelt.

Eine wichtige Zuchtstation ist Bornhof in Mecklenburg-Vorpommern, die zur Saatzucht Steinach gehört. Dort wurden die zurzeit führenden Sorten gezüchtet. Die Saatzucht Steinach stellt rund zwei Drittel der Vermehrungsflächen für Blaue Lupinen, die 2002 in Deutschland anerkannt waren.

Absenkung des Restalkaloidgehaltes unter 0,05 Prozent für die Fütterung und unter 0,02 Prozent für die menschliche Ernährung. Blaue Lupinen haben zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Der Großteil geht in die Tierernährung. Versuche zur Verfütterung an Schweine, Rinder und Schafe werden bundesweit an verschiedenen Orten durchgeführt.

Auf der Zuchtstation Bomhof selbst trägt dazu auch die eigene Schweineproduktion bei. Es gibt außerdem zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten für Blaue Lupinen in der menschlichen Ernährung und auch für technische Zwecke.

Heute wird dafür noch ein Großteil des Rohstoffs aus Australien eingeführt. Eckardt schätzt die europäischen Importmengen auf 250000 bis 500000 t jährlich. Sie werden allerdings im laufenden Jahr sehr niedrig ausfallen, weil Australien wegen der extremen Trockenheit eine sehr kleine Lupinenernte erwartet.